Unges Pengste virtuell – mit ganz realen Wirkungen!!

Einem Schützen mitteilen zu müssen: „In diesem Jahr findet kein Schützenfest statt“ löst bei allen die sich ihren Jahresablauf nur in den zwei Hälften vor und nach Pfingsten denken, eine Maximalenttäuschung aus. Das betrifft dann nicht nur die unmittelbar Betroffenen in den Königs- und Ministerzügen, die sich seit dem erfolgreichen Vogelschuss auf dieses Fest gefreut und vorbereitet haben; es trifft die Engagierten in den Vorständen und im Pfingstausschuss. Es trifft die im Hintergrund Aktiven, die sich um die zahlreichen Themen und Aufgaben das ganze Jahr über kümmern, damit alles seinen geordneten und vertrauten Ablauf nehmen kann. Und es trifft die große Gemeinschaft der Schützenbrüder in unseren beiden Bruderschaften.

Auch uns bei der Kinder-Direkthilfe Korschenbroich hat es in unseren Planungen und Vorbereitungen jäh getroffen. Für „Unges Pengste 2020“ hatten wir den Bischof von Bolgatanga und zwei seiner Mitarbeiter eingeladen. Sie sollten als Gäste die kaum erklärbare Wirklichkeit unseres Schützen- und Heimatfestes hautnah miterleben und hatten sich schon so auf dieses Event gefreut. Die Flüge waren gebucht und die grobe Ablaufplanung für die Woche mit unseren Freunden hatte schon recht konkrete Formen angenommen.
Alles vergebens nach dem Ausbruch der Pandemie.

Dann haben kreative Menschen im Vorstand der Bruderschaften doch eine großartige Aktion aus dem Hut gezaubert. Vorfreude und Freude sind sicherlich kaum zu kompensieren, aber man hatte die Möglichkeit hin und wieder eine Vorstellung von der vermissten Realität symbolisch herbeizuführen: Das „Virtuelle Schützenfest“ wurde ausgerufen. d.h. man konnte am Bildschirm ein Bier oder eine Currywurst bestellen, oder einige weitere „Trostartikel“ erwerben. Statt Bier oder Currywurst gab es allerdings nur eine Lastschrift aufs eigene Konto. Das Ganze führte zu einem großartigen Ergebnis zugunsten der Kinder-Direkthilfe Korschenbroich.

Grüße zu Weihnachten

Liebe Spenderinnen und Spender,

es stellt sich in diesen Zeiten die Frage, wie man die Zuversicht und Hoffnung auf friedliche Entwicklungen und Verbesserungen in dieser unserer gemeinsamen Welt behalten soll: Millionen von Flüchtlingen wegen scheinbar unauflösbarer Konfliktlagen und Kriege, spürbare Folgen des Klimawandels, Armutsmigration, beängstigende populistische und autoritäre Tendenzen in der Politik, wirtschaftliche Konfrontation und Egoismus statt fairer Wettbewerb und Kooperation – es fällt zunehmend schwer, die komplexen Zusammenhänge zu sortieren und deren Folgen für die Gesamtsituation der Menschen einzuschätzen.

Schauen wir auf Ghana: Auch von hier machen sich junge Menschen auf den Weg, um für ihre Zukunft nach besseren Perspektiven zu suchen. Meist sind es eher die Qualifizierten und Belastbaren, die von ihren Familien auf den riskanten Weg geschickt werden. Der Klimawandel ist im Norden Ghanas längst folgenreiche Wirklichkeit: unsichere Regenperioden mit häufig extremen Wetterereignissen haben katastrophale Folgen für die traditionell wichtige Selbstversorgung der Familien und die Erträge der Kleinbauern. Vormals fruchtbare Regionen werden aufgegeben und fallen für die Versorgung mit Nahrungsmitteln aus. Armut und Aussichtslosigkeit haben dann insbesondere für die Kinder brutale Folgen: Sie werden von verzweifelten Eltern an Kinderhändler verkauft und missbraucht oder müssen als Arbeitssklaven zum Überleben ihrer Familie beitragen. Genau in diesem Gebiet liegt die Stadt Bolgatanga, wo im Centre for Child Development (CCD) Kinder und Jugendliche wieder eine Perspektive erhalten. Hier setzt die Kinder-Direkthilfe Korschenbroich mit Ihrer Hilfe seit nunmehr 5 Jahren ein effektives Zeichen gegen die Resignation.

Wir sind voller Hoffnung und Zuversicht, dass wir auf Ihre Unterstützung weiterhin bauen können. Helfen Sie bitte mit, unsere Freunde in Bolgatanga zu unterstützen, die tagtäglich darum kämpfen, den Kindern und Jugendlichen einen Weg aus der Not uns Aussichtslosigkeit zu eröffnen.

Im Namen der Kinder-Direkthilfe Korschenbroich wünsche ich Ihnen einen frohen Advent, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein Jahr 2020 in Gesundheit, Zufriedenheit und Frieden.

Karl-Heinz Göris
Vorsitzender

Kinder–Hoffnung–Bolgatanga: 
Entwicklung und Ergebnisse vor Ort
Verlässliche Stromversorgung ist sichergestellt!

In diesem Jahr wurde für das CCD (Centre for Child Development) eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb genommen, die die elektrische Versorgung nun weitgehend kostenfrei und umweltfreundlich sicherstellt. Das Projekt wurde vor drei Jahren auf Anregung der Kinder-Direkthilfe initiiert, vom Kindermissionswerk finanziert und in Zusammenarbeit mit einem speziellen Entwicklungsbüro umgesetzt. Die Anlage hat einen Batteriespeicher, der die Versorgung bei Dunkelheit und bei Netzausfällen sichert. Für die Wartung und Instandhaltung stehen eigens dafür ausgebildete Techniker bereit, sodass auch langfristig die Bedienung und Funktion der Anlage gesichert ist

Kinderarbeiter aus der Fischindustrie am Volta-See befreit
Mitarbeiter der sozialen Wohlfahrtsbehörde entdeckten im Juli diesen Jahres 10 Kinder im Alter von 4 – 10 Jahren, die in einem Fischereibetrieb am Volta-See als Arbeitssklaven eingesetzt waren. Die Kinder wissen größtenteils nichts zu ihrer Herkunft und lebten ohne jegliche soziale Bindung unter schlimmsten Bedingungen. Über die Kooperation mit den Behörden wurden alle Kinder in das Residential-Programm des CCD übernommen. Sie leben nun hier in sicheren und geordneten Verhältnissen und besuchen erstmals in ihrem Leben eine Schule. Gleichzeitig muss nun versucht werden, die Herkunft und Identität der Kinder zu klären, um eine zwingende Voraussetzung für ihre Rückführung und Reintegration zu schaffen. Diese aufwendige Aufgabe ist in Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden eine große Herausforderung für die Sozialarbeiter und Betreuer im CCD. Aber auch die Einbindung von 10 weiteren Kindern in die Lebensgemeinschaft bedeutet für die Kinder und Mitarbeiter des Hauses eine außergewöhnlich schwierige Situation.
Engagement für das neue Dropin-Center

In unserem Frühjahrsbrief hatten wir bereits auf dieses Projekt hingewiesen, das wir zusammen mit dem Kindermissionswerk auf den Weg bringen und unterstützen wollen. Die aktuelle Raumsituation im CCD ist so beschränkt, dass insbesondere für die Straßenkinder eine Übernachtungs- und Aufenthaltsmöglichkeit geschaffen werden muss.

Außerdem wird das neue Haus dringend notwendige Räume für Betreuung und Kontaktpflege bieten. Hier kann der Kontakt zu den Straßenkindern aufgebaut werden, um eine Vertrauensbasis zu schaffen. Das Vertrauen zu den Kindern und Jugendlichen ist die unverzichtbare Voraussetzung für ihre Aufnahme in eines der Sozialprogramme des CCD. Nur so und wenn sie es selbst wollen, kann es gelingen, sie aus dem Kreislauf der Verzweiflung zu befreien und ihnen eine menschenwürdige Zukunft zu eröffnen. Die Kinder-Direkthilfe Korschenbroich hat sich zum Ziel gesetzt, für dieses Projekt zusätzliche Mittel bereitzustellen.

Helfen Sie bitte mit, dass diese Investition in die Zukunft möglich wird.

Hinweis in eigener Sache:
Die Kinder-Direkthilfe Korschenbroich arbeitet nach wie vor vollständig ehrenamtlich. Alle Verwaltungskosten, Porto und Material werden von den Mitgliedern getragen. Besuchsreisen werden privat finanziert. Jeder gespendete Euro geht ungekürzt in das Hilfsprojekt.

Bilder © KDH Korschenbroich

Benefizkonzert für die Kinder-Direkthilfe Korschenbroich

Besser Gemeinsam: Zu Gunsten der Kinder-Direkthilfe Korschenbroich fand in der Netzwerkkirche St. Marien ein besonderes Konzertereignis statt. Der ehemalige (A-) Kirchenmusiker und heutige Referatsleiter der Landeshauptstadt Düsseldorf Gregor Nachtwey und sein Sohn Raphael (16) hatten dazu eingeladen.

Auf zwei digitalen Klavieren präsentierten die beiden Duisburger Titel des Erfolgskomponisten Ludovico Einaudi. Das Besondere: Zu den Stücken wurden Videoszenen projiziert. In dem Videomaterial, von den Nachtweys in monatelanger Kleinstarbeit recherchiert und zusammengetragen bzw. selkbst gefilmt, ging es um Achtsamkeit, innere Einkehr und unter anderem Naturverbundenheit. Der größte Teil der Stücke des Abends enstammte dem Einaudi-Zyklus Islands-Essential.

Um die Projektion kümmerte sich Alexander Nachtwey, um die Tontechnik Gregor Lipperheide und Sebastian Riegert. Karl-Heinz Göris, Vorsitzender der Kinder-Direkthilfe, bedankte sich für das Engagement der Nachtweys und stellte das Projekt des Korschenbroicher Vereins, ein Zuhause für Straßenkinder in Ghana, dem Publikum vor.

Das Spendenziel erhielt am Ende des Abends ein Rekordergebnis mit 891,50 EUR, mittlerweile aufgerundet auf 900 EUR. Ein dickes Dankeschön an alle Spender!

Hier ein Artikel dazu aus der RP-Online.