Grüße zu Weihnachten

Liebe Spenderinnen und Spender,

es stellt sich in diesen Zeiten die Frage, wie man die Zuversicht und Hoffnung auf friedliche Entwicklungen und Verbesserungen in dieser unserer gemeinsamen Welt behalten soll: Millionen von Flüchtlingen wegen scheinbar unauflösbarer Konfliktlagen und Kriege, spürbare Folgen des Klimawandels, Armutsmigration, beängstigende populistische und autoritäre Tendenzen in der Politik, wirtschaftliche Konfrontation und Egoismus statt fairer Wettbewerb und Kooperation – es fällt zunehmend schwer, die komplexen Zusammenhänge zu sortieren und deren Folgen für die Gesamtsituation der Menschen einzuschätzen.

Schauen wir auf Ghana: Auch von hier machen sich junge Menschen auf den Weg, um für ihre Zukunft nach besseren Perspektiven zu suchen. Meist sind es eher die Qualifizierten und Belastbaren, die von ihren Familien auf den riskanten Weg geschickt werden. Der Klimawandel ist im Norden Ghanas längst folgenreiche Wirklichkeit: unsichere Regenperioden mit häufig extremen Wetterereignissen haben katastrophale Folgen für die traditionell wichtige Selbstversorgung der Familien und die Erträge der Kleinbauern. Vormals fruchtbare Regionen werden aufgegeben und fallen für die Versorgung mit Nahrungsmitteln aus. Armut und Aussichtslosigkeit haben dann insbesondere für die Kinder brutale Folgen: Sie werden von verzweifelten Eltern an Kinderhändler verkauft und missbraucht oder müssen als Arbeitssklaven zum Überleben ihrer Familie beitragen. Genau in diesem Gebiet liegt die Stadt Bolgatanga, wo im Centre for Child Development (CCD) Kinder und Jugendliche wieder eine Perspektive erhalten. Hier setzt die Kinder-Direkthilfe Korschenbroich mit Ihrer Hilfe seit nunmehr 5 Jahren ein effektives Zeichen gegen die Resignation.

Wir sind voller Hoffnung und Zuversicht, dass wir auf Ihre Unterstützung weiterhin bauen können. Helfen Sie bitte mit, unsere Freunde in Bolgatanga zu unterstützen, die tagtäglich darum kämpfen, den Kindern und Jugendlichen einen Weg aus der Not uns Aussichtslosigkeit zu eröffnen.

Im Namen der Kinder-Direkthilfe Korschenbroich wünsche ich Ihnen einen frohen Advent, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein Jahr 2020 in Gesundheit, Zufriedenheit und Frieden.

Karl-Heinz Göris
Vorsitzender

Kinder–Hoffnung–Bolgatanga: 
Entwicklung und Ergebnisse vor Ort
Verlässliche Stromversorgung ist sichergestellt!

In diesem Jahr wurde für das CCD (Centre for Child Development) eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb genommen, die die elektrische Versorgung nun weitgehend kostenfrei und umweltfreundlich sicherstellt. Das Projekt wurde vor drei Jahren auf Anregung der Kinder-Direkthilfe initiiert, vom Kindermissionswerk finanziert und in Zusammenarbeit mit einem speziellen Entwicklungsbüro umgesetzt. Die Anlage hat einen Batteriespeicher, der die Versorgung bei Dunkelheit und bei Netzausfällen sichert. Für die Wartung und Instandhaltung stehen eigens dafür ausgebildete Techniker bereit, sodass auch langfristig die Bedienung und Funktion der Anlage gesichert ist

Kinderarbeiter aus der Fischindustrie am Volta-See befreit
Mitarbeiter der sozialen Wohlfahrtsbehörde entdeckten im Juli diesen Jahres 10 Kinder im Alter von 4 – 10 Jahren, die in einem Fischereibetrieb am Volta-See als Arbeitssklaven eingesetzt waren. Die Kinder wissen größtenteils nichts zu ihrer Herkunft und lebten ohne jegliche soziale Bindung unter schlimmsten Bedingungen. Über die Kooperation mit den Behörden wurden alle Kinder in das Residential-Programm des CCD übernommen. Sie leben nun hier in sicheren und geordneten Verhältnissen und besuchen erstmals in ihrem Leben eine Schule. Gleichzeitig muss nun versucht werden, die Herkunft und Identität der Kinder zu klären, um eine zwingende Voraussetzung für ihre Rückführung und Reintegration zu schaffen. Diese aufwendige Aufgabe ist in Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden eine große Herausforderung für die Sozialarbeiter und Betreuer im CCD. Aber auch die Einbindung von 10 weiteren Kindern in die Lebensgemeinschaft bedeutet für die Kinder und Mitarbeiter des Hauses eine außergewöhnlich schwierige Situation.
Engagement für das neue Dropin-Center

In unserem Frühjahrsbrief hatten wir bereits auf dieses Projekt hingewiesen, das wir zusammen mit dem Kindermissionswerk auf den Weg bringen und unterstützen wollen. Die aktuelle Raumsituation im CCD ist so beschränkt, dass insbesondere für die Straßenkinder eine Übernachtungs- und Aufenthaltsmöglichkeit geschaffen werden muss.

Außerdem wird das neue Haus dringend notwendige Räume für Betreuung und Kontaktpflege bieten. Hier kann der Kontakt zu den Straßenkindern aufgebaut werden, um eine Vertrauensbasis zu schaffen. Das Vertrauen zu den Kindern und Jugendlichen ist die unverzichtbare Voraussetzung für ihre Aufnahme in eines der Sozialprogramme des CCD. Nur so und wenn sie es selbst wollen, kann es gelingen, sie aus dem Kreislauf der Verzweiflung zu befreien und ihnen eine menschenwürdige Zukunft zu eröffnen. Die Kinder-Direkthilfe Korschenbroich hat sich zum Ziel gesetzt, für dieses Projekt zusätzliche Mittel bereitzustellen.

Helfen Sie bitte mit, dass diese Investition in die Zukunft möglich wird.

Hinweis in eigener Sache:
Die Kinder-Direkthilfe Korschenbroich arbeitet nach wie vor vollständig ehrenamtlich. Alle Verwaltungskosten, Porto und Material werden von den Mitgliedern getragen. Besuchsreisen werden privat finanziert. Jeder gespendete Euro geht ungekürzt in das Hilfsprojekt.

Bilder © KDH Korschenbroich

Benefizkonzert für die Kinder-Direkthilfe Korschenbroich

Besser Gemeinsam: Zu Gunsten der Kinder-Direkthilfe Korschenbroich fand in der Netzwerkkirche St. Marien ein besonderes Konzertereignis statt. Der ehemalige (A-) Kirchenmusiker und heutige Referatsleiter der Landeshauptstadt Düsseldorf Gregor Nachtwey und sein Sohn Raphael (16) hatten dazu eingeladen.

Auf zwei digitalen Klavieren präsentierten die beiden Duisburger Titel des Erfolgskomponisten Ludovico Einaudi. Das Besondere: Zu den Stücken wurden Videoszenen projiziert. In dem Videomaterial, von den Nachtweys in monatelanger Kleinstarbeit recherchiert und zusammengetragen bzw. selkbst gefilmt, ging es um Achtsamkeit, innere Einkehr und unter anderem Naturverbundenheit. Der größte Teil der Stücke des Abends enstammte dem Einaudi-Zyklus Islands-Essential.

Um die Projektion kümmerte sich Alexander Nachtwey, um die Tontechnik Gregor Lipperheide und Sebastian Riegert. Karl-Heinz Göris, Vorsitzender der Kinder-Direkthilfe, bedankte sich für das Engagement der Nachtweys und stellte das Projekt des Korschenbroicher Vereins, ein Zuhause für Straßenkinder in Ghana, dem Publikum vor.

Das Spendenziel erhielt am Ende des Abends ein Rekordergebnis mit 891,50 EUR, mittlerweile aufgerundet auf 900 EUR. Ein dickes Dankeschön an alle Spender!

Hier ein Artikel dazu aus der RP-Online.

Zu Besuch in Bolgatanga

Was sich in drei Jahren alles entwickeln kann, wenn man mit einem guten Konzept, engagierten Menschen vor Ort und wirksamer Unterstützung auf ein gemeinsames Ziel hinwirkt!!! Mit dieser bestätigenden und ermutigenden Einsicht kehrte am 21. November eine beeindruckte Delegation der Kinder-Direkthilfe Korschenbroich von ihrem Besuch in Bolgatanga in Ghana zurück.

Zusammen mit meinem Stellvertreter Dr. Klaus Hintzen, seiner Frau Hiltrud und Dr. Lothar Schmitz hatten wir uns am 14. Nov. auf den Weg zu unseren Projektpartnern gemacht. Fred Amenga, der Leiter des Centre for Child Development (CCD) hatte für die 5 Tage vor Ort ein dichtes und durchaus anstrengen
des Programm organisiert, das uns
einen vertieften Einblick in die 
praktische Arbeit und deren Ergebnisse ermöglichte.

Nach einem herz
lichen und fröhlichen Empfang gab es
großen Jubel über zwei Koffer mitgebrachter Spielsachen und Geschen
ke.

Der Kontakt mit den Kindern war sehr schnell hergestellt und ihre Fröhlichkeit ließ die Anstrengungen der Anreise schnell vergessen. Die gute Stimmung im CCD, der respektvolle Umgang der Kinder untereinander, das gute Verhältnis zu den Mitarbeitern im Haus, all das waren für uns sichere Hinweise, dass die Kinder sich wohlfühlen und hier gut entwickeln können.
In den nächsten Tagen erhielten wir einen vertieften
Einblick in typische Fragestellungen, die sich aus Herkunft und meist schrecklichen Vorerfahrungen 
ergeben, mit denen die Kinder im CCD aufgenommen
werden. Die verschiedenen Elemente der Konzeption 
fügen sich zu einem überzeugenden Gesamtbild: 
Ausgehend von einem verlässlichen und sicheren 
sozialen Rahmen mit guter Versorgung im CCD, erhalten die Kinder die Chance, in ein geordnetes Leben zurückzufinden.

Der regelmäßige Schulbesuch ist hier
bei natürlich unverzichtbar. Wir besuchten einige Kinder in der Grundschule. 
Man sieht sie auf dem Bild in ihren 
Schuluniformen, die sie stolz und brav 
tragen. Im Gespräch mit der Schullei
terin erfuhren wir, dass sie sich gut in 
die Schulgemeinde einfügen und durch
weg normale Schülerinnen und Schüler 
sind.
Sehr bewegend war auch der Besuch in zwei 
Sekundarschulen, in denen ehemalige Kinder
nun erfolgreich auf ihre berufliche Zukunft 
hinarbeiten. Hier trafen wir Ruth, die Klaus 
und ich schon vor drei Jahren im CCD kennen
gelernt hatten. Sie berichtete stolz, dass sie 
Journalistin werden will und demnächst ihr 
Studium beginnt. 

Schließlich gab‘s dann nach fünf
Tagen das Abschlusstreffen mit 
Bischof Alfred Agyenta, der uns
seine Grüße und ein großes 
Dankeschön an alle Korschenbroicher mit auf den Weg gab. 
Wir erhielten zum Abschied 
einen farbenfrohen Rucksack, 
gefüllt mit den traditionellen 
handgearbeiteten Roben, wie 
sie zu festlichen Anlässen getra
gen werden. Ob wir sie zu 
Pfingsten präsentieren werden, ist noch nicht endgültig entschieden.
Wir würden uns freuen, wenn Sie die Arbeit der Kinder-Direkthilfe und die Kinder in Bolgatanga mit einer Spende unterstützen: 


Sparkasse Neuss IBAN DE42 3055 0000 0000 4227 09

Ihr Karl-Heinz Göris